Über Mikroplastik, Duschbrocken & den Iran

Warum Iran? Warum nicht! Kurz vorab, das Reiseland tut in diesem Bericht vielleicht nicht so viel zur Sache, aber meine 15 Tage im Iran mit dem Ziel an Kriegswracks im persischen Golf zu tauchen, waren unvergleichlich gut. Absolute Reiseempfehlung für ein Land mit einer unfassbaren Kultur, unglaublich netten Leuten und einer landschaftlichen Schönheit, die ich bisher selten gesehen habe 😊

Credit: Elitza Germanov / Marine Megafauna Foundation

Das Tauchen ist dann wohl auch die große Schnittstelle zum Duschbrocken und Mikroplastik. Als Unterwasser-Verrückter hat man natürlich ein besonderes Interesse an dem ganzen Plastik-Wahnsinn und einen starken Bezug dazu, wenn man diese Plastikflut schon selbst erlebt hat. Durch das Mantahari Projekt ist für mich das Thema Mikroplastik besonders relevant, da es ein riesen Problem für Mantarochen darstellt. Mantas filtern Plankton aus dem Wasser und haben keine Möglichkeit die mikroskopisch kleinen Mikroplastik Partikel zu umgehen. Wie man sich vielleicht denken kann, haben diese Kleinst-Teilchen leider sehr große Auswirkungen auf die gesamte Spezies und das gesamte Ökosystem.

Doch erstmal ein paar Grundlagen:

Plastikmüll landet auf verschiedensten Wegen im Ozean. Schlechtes Abfallmanagement, ungereinigte Abwässer von Städten, verlorene Ladungen auf hoher See, illegale Entsorgungen und so weiter. Die Plastikverschmutzung in den Weltmeeren rückt immer mehr in die Öffentlichkeit, viel zu spät aber wohl besser als nie. Die berühmten „Garbage Patches“, wie zum Beispiel der Nordpazifische Wirbel laufen in den Medien rauf und runter, sie sind ja auch erschreckend… Plastikansammlungen auf Flächen 4x größer als Deutschland und einem Gewicht von knapp 80.000 Tonnen direkt an der Oberfläche (Quelle: Zeit online). Umso erschreckender ist der Fakt, dass Plastik an der Oberfläche nur einen kleinen Bruchteil (zwischen 1% und 15%) der Gesamtmasse ausmacht. Der Großteil sinkt in die pelagischen Schichten ab und ist praktisch unerreichbar.

Mikroplastik ist laut Definition ein Kunststoffpartikel kleiner als 5mm, der auf verschiedene Weisen entstehen kann. Sogenanntes sekundäres Mikroplastik entsteht durch den Zerfall größerer Plastikteile und wird nach und nach unter anderem durch Wind, Wellen, Reibung und Sonneneinstrahlung in kleinere Teile zersetzt. UV-Licht gelangt nur bis zu einer Tiefe von ca. 50 Metern, in tieferen Schichten findet die weitere Zerkleinerung durch Reibung & Wellenenergie statt. Ganz weg ist Plastik jedoch nie, was ein unfassbarer Fakt ist, wenn man sich mal vor Augen führt, was jeder von uns in seinem Alltag für Unmengen von Plastikmüll produziert. Es ist alles noch da, nur eben nicht in unserem Umfeld, sondern in kleinste mikroskopische Partikel zerlegt irgendwo in den Weltmeeren. Wer jetzt argumentieren möchte, dass wir Deutschen ja recyclen und unser Müll damit ja nichts zu tun hat… darüber wird es nochmal einen Blog geben. Ein kleiner Teaser: Ca. 80% unseres Plastikmülls wird „recycled“ in fernöstliche Länder exportiert. Was dort mit unserem Müll passiert, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Doch zurück zum Thema:
Das sogenannte primäre Mikroplastik landet schon in kleinsten Bestandteilen im Ozean und gelangt über Industrieabfälle auf direktem Weg oder auf unauffällige aber verheerende Wege unmittelbar aus unserem Haushalt in die Weltmeere. So landen beispielsweise kleinste Plastikpartikel aus jedem Waschgang mit Bekleidung wie Funktionsstoff oder Fleece im Abwasser und finden final ihren Weg über unsere westliche und entwickelte Abwasserlandschaft in das große finale Sammelbecken Ozean. Filtersysteme für diese kleinen Partikel gibt es mehrheitlich nicht und die Flut hört nicht auf, vor allem weil dem Großteil dieses Problem gar nicht bewusst ist. Erste Hilfe im kleinen Stil kann hier beispielsweise ein Waschbeutel schaffen, der diese Mikroplastikteile aufnimmt, wie zum Beispiel der „Guppyfriend Washing Bag“ (https://re-athlete.de/collections/equipment/products/guppyfriend-washing-bag).

Eine weitere Quelle von primärem Mikroplastik sind Duschgels, Shampoos und Kosmetik Artikel. Es ist in vielen Produkten als sogenannte „Schleifpartikel“ eingearbeitet, für Peeling- oder Massageeffekte. Diese Kunststoffteilchen landen nach dem kurzweiligen „Genuss“ im Abwasser und finden den gleichen Weg, wie die Fleece Fasern aus der Waschmaschine. Ein kurzer Überblick, auf welche Abkürzungen und Bestandteile man folglich verzichten sollte:

Credit: Elitza Germanov / Marine Megafauna Foundation
  • Polyethylen PE
  • Polypropylen PP
  • Polyethylenterephthalat PET
  • Nylon-12
  • Nylon-6
  • Polyurethan PUR
  • Acrylates Copolymer AC
  • Acrylates Crosspolymer ACS
  • Polyacrylat PA
  • Polymethylmethacrylat PMMA
  • Polystyren PS
  • Polyquaternium PQ

Quelle und weitere Infos:
https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/meere/meere_mikroplastik_einkaufsfuehrer.pdf

 

In Summe landen nach Schätzungen der IUCN pro Jahr 0,8 bis 2,5 Millionen Tonnen Kunststoff-MIKROPARTIKEL im Meer, alle größeren Plastikteile, die deutlich mehr wiegen und nach und nach zu sekundärem Mikroplastik zerfallen, sind hier noch nicht eingerechnet.

Zum Thema Duschbrocken im Iran:

In Bewusstsein all der erschreckenden oben stehenden Fakten ist der Duschbrocken für mich schonmal genial, weil er kein Mikroplastik enthält! In BIO Qualität und komplett vegan kommt der Duschbrocken auch ohne Palmöl aus und enthält auch bei Verpackung und Versand überhaupt kein Plastik. Find ich extrem gut. Ich habe mich vor der Reise für das Modell „Maxi Minz“ entschieden und hab ihn mit meinen wichtigsten und wertvollsten Reiseutensilien ins Handgepäck gelegt, weil… na weil ich es darf 😉 Der Brocken ist wie der Name schon sagt keine Flüssigkeit und kann daher bei Flügen einfach im Handgepäck transportiert werden, was bei Flügen mit nur Handgepäck schonmal genial ist.

 

Im Iran habe ich meinen Duschbrocken täglich benutzt und war von Anfang an überzeugt vom „Handling“. Er gibt eine ganze menge Schaum, ist super ergiebig und riecht einfach gut! Mein iranischer Kumpel war auch gleich ein begeisterter Nutzer und schwärmte davon, wie gut die Haare danach riechen und wie gut sie sich anfühlen. Ob das am hautneutralen PH-Wert von 5,5 liegt weiß ich nicht, ich bin ja kein Chemiker 😉. Meine Bedenken, dass die Duschgel & Shampoo Kombination vielleicht Schwächen haben würde, waren aber offensichtlich unbegründet. Wie viel Duschgänge er wirklich hält, ist für mich schwer zu beurteilen, was eine irgendwie lustige Geschichte ist:

Maxi Minz nach 6 Tagen in der Gemeinschaftsdusche

In einem kleinen „Local Guesthouse“ auf der Insel Hormuz im persischen Golf habe ich den Duschbrocken in der Gemeinschaftsdusche liegen lassen. Das Hostel war voll ausgebucht, acht Doppelzimmer mit ausschließlich iranischen Touristen und der Familie selbst macht ca. 20 Personen und eine Dusche. Davor hatte ich mit dem Duschbrocken ungefähr fünf Mal geduscht und keinen „Schwund“ bemerkt, nach zwei Tagen in der Gemeinschaftsdusche war er dann aber schon etwas angeschmolzen 😉 Als reine Vorsichtsmaßname habe ich den Brocken gebrochen um sicher zu stellen, dass ich für den Rest meiner Reise noch was übrig habe, das war wohl auch gut so. Am Ende der sechs Tagen auf Hormuz war von dem Brocken nicht mehr viel über und es lag ein sanfter Duft von Minze im Gemeinschaftsraum. Bei der älteren Dame, die das Hostel betreibt war die minzige Note unter dem Kopftuch besonders deutlich zu vernehmen, Maxi Minz überzeugt also auch iranische Insulaner 😊 Jetzt weiß ich natürlich nicht, wie viele Personen sechs Tage lang mit der Hälfte meines Duschbrockens geduscht haben, ich schätze man bekommt in Summe aber deutlich über 50 Schaum-Gänge raus.

Für mich ist es also klar: Ein regional und nachhaltig hergestelltes Produkt mit allen Anforderungen, die man selbst als Voll-Öko so stellen könnte (oder als Plastik-Nerd). Kein Plastik, kein Mikroplastik. Super ergiebig, riecht gut, fühlt sich gut an und ist durch Verpackung, Form und Größe ein idealer Reisebegleiter. Volle Zufriedenheit und ab jetzt ist ein Duschbrocken bei mir immer in der Reisetasche und auch in der heimischen Dusche 😊

Wer mehr über das Produkt oder die Story der beiden super sympathischen Gründer Christoph und Johannes lesen möchte, kann das hier tun: https://www.duschbrocken.de/story/

Zum Duschbrocken-Shop geht es hier: https://www.duschbrocken.de/shop/ (Achtung, lange Wartezeiten, da großer Andrang)

Augen auf beim Konsum und immer daran denken, jeder von euch, der Mitdenkt und ein bisschen cleverer Konsumiert, macht einen Unterschied aus 😊

Wenn ihr Anregungen oder Fragen habt, kontaktiert mich gerne über die Kommentare oder das Kontaktformular!

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