Afrika Log 3 – Forschung und Abgeschiedenheit in Zavora

Der nächste Stop in Mosambik hat mich nach Zavora geführt. Ein kleiner Ort ca. 2 Autostunden südlich von Tofo. Es gab mal ein paar Lodges, alles bis auf eine einzige haben Corona nicht überlebt. Traurig für die Region, besonders für das Ökosystem. Was in Zavora geforscht wird, wen ich kennenlernen durfte und wie ich alles wahrgenommen habe, erfahrt ihr in der 3. Ausgabe des Afrika Logs!


Balu und Nakia auf dem Tauchboot

Obwohl Tofo wirklich klein ist, besteht es dennoch für den Tourismus. Restaurants, ein paar Hostels, ein paar Hotels. Ich war „vorgewarnt“, dass es in Zavora anders wird. Nakia Cullain, Wissenschaftlerin für die MMF und Gründerin des MAR Praktika Programms hatte mich geben ein paar Basics an Lebensmitteln mitzunehmen und mich selbst einzudecken. 6 gemeinsame Tage, das nächste Restaurant ist die einzige offene Lodge weit und breit, 30 Minuten Fußmarsch über den Strand entfernt. Ich muss gestehen, ich habe mich auf die Abgeschiedenheit gefreut, wo es nichts anderes gibt, dreht sich alles um die Natur.

Nakia lebt mit ihrem Hund Balu tatsächlich mitten im Nirgendwo. Am äußersten Rand eines kleinen Dorfes, ca. 10 Minuten zu Fuß vom Strand entfernt. Ein Haupthaus mit ihrem kleinen Büro, einem extra Raum für Praktikant:innen zum Arbeiten, einem Equipment Raum und insgesamt 7 einfachen Betten mit Moskitonetz im Obergeschoss. Ein Küchen-Häuschen mit sehr improvisierter und zusammengeschusterter Ausstattung, Nakias kleines Häuschen, ohne richtige Fenster auf einer Seite und ein kleines Klo Häuschen mit 2 Toiletten und 2 Outdoor Duschen. Ein alter Geländewagen mit einem Bootsanhänger parkt neben dem Haupthaus.Um einen kleinen Einblick zu geben, wie es dort aussieht, habe ich dieses kleine Video gemacht:

MAR heißt die Organisation, die Nakia gegründet hat, um die Forschung zu finanzieren. Praktikant:innen können gegen eine Pauschale hier Zeit verbringen, bekommen Training und Einblicke in die Arbeit einer Meeresbiologin in einem super abgelegenen Dorf in Afrika und Möglichkeiten zu Tauchen, wo sonst keiner Taucht. In die MMF wurde das „Zavora Marine Lab“, wie die offizielle Bezeichnung der kleinen Oase ist, erst vor 3 Jahren eingegliedert. In meinen Augen ist es das absolut wert sich zu bewerben, die Eindrücke, die man mitten im Nirgendwo sammeln kann sind unbezahlbar, zu tauchen, wo sonst keiner Taucht auch.

Rund um die Doktorarbeit von Nakia werden hier vor allem Forschungs Tauchgänge gemacht, um verschiedenste Spezies von Nudibranches bis hin zu Buckelwalen zu Monitoren. Der Fokus der Arbeit und der Forschung im Allgemeinen liegt aber auf Mantarochen. Nakia taucht immer mit einer Kamera-Laser Konstruktion, um die Größen der Rochen und anderen Arten notieren zu können und mit den IDs in die Datenbank einzuspeisen und einer Harpune, mit welcher sie je nach Bedarf Gewebeproben sammelt, akustische Sender an Lebewesen platziert oder versucht die ganz neu eingetroffenen Satelliten-Tags zu platzieren.

Deep Reef “Yogis”

Zavoras Unterwasserwelt ist ein wahres Idyll im Ozean. Eine extrem Plankton und artenreiche Bucht, unglaublich gutes Makro Tauchen, in der Saison bis zu 70 Mantas in einem Tauchgang, Wale, Haie….alles.  Wir waren auf einem Küstenabschnitt von ca. 500 km das einzige Tauchboot, das ist schon etwas ganz besonderes. Die Zeit war etwas knapp, da Nakia Pandemie Bedingt früher die Reise nach Kanada antreten musste und wir an einem Tag Probleme mit dem Boot hatten, dass wir nicht raus konnten. Die Tauchgänge, die wir machen konnten, waren aber sehr besonders. Leider keine Mantas, aber so viel Fisch, extrem intakte Riffe und einfach mal Tauchen ohne andere Boote, Taucher und man merkt, dass hier einfach alles gesund und intakt ist, da es einfach keinen Tourismus gibt. Das Boot wird jeden Tag zum Tauchen mit einem Jeep über einen Feldweg und die Dünen zum Strand gezogen, wir sitzen dann schon mit unserer Ausrüstung drauf, was ein seltsamer Anblick ist.

Auf dem Weg zum Tauchen

Es gibt sehr viel offene Fragen, Mantas waren bis vor ein paar Jahren hier das ganze Jahr über, jetzt sind sie auf einmal saisonal. Sie haben Riffe, an welchen vor ein paar Jahren regelmäßig dutzende waren komplett verlassen, wohin sind sie gewandert? Das soll mit Satelliten Tags erforscht werden, die sind aber sehr teuer (ca. 4000€ / Sender), so viel Geld steht dem kleinen Zavora Marine Lab nicht zu Verfügung… Immerhin 3 Sender haben sie jetzt. Auch dieser kleine Standort hier verdient den maximalen Support, mal sehen ob oder wie wir hier alle zusammen unterstützen können. Wenn ihr Lust auf ein Praktikum hättet oder jemanden wüsstet, der darauf Lust hätte, sagt gern Bescheid, ich versuche ein kleines Subventionsprogramm im nächsten Jahr aufzustellen.

Super gesundes Riff in Zavora

Ich nehme sehr beeindruckende Impressionen aus Zavora mit, hab den kleinen Ort sehr lieb gewonnen und versuche in meiner restlichen Zeit nochmal hierher zu kommen um ein paar mehr Tauchgänge zu machen. Jetzt bin ich schon wieder in Tofo, schaue dem MMF Team über die Schulter und habe einen hoffentlich epischen Tauch-Trip nach Morrungulo vor mir. Davon erfahrt ihr dann im nächsten Afrika Log!

 


Wenn ihr Fragen, Feedback oder Anregungen habt, meldet euch gerne jederzeit bei mir!

 

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