MOZ Update 2 – Megafauna in Tofo

Es gibt ein Update aus Afrika! Seit der ersten Afrika Log Ausgabe ist schon über eine Woche vergangen, die ich genutzt habe, um ein paar der Ozean Riesen hier in Mosambik kennen zu lernen. Welche Eindrücke ich gesammelt habe, was das Tauchen hier besonders und auch anspruchsvoll macht und wie die nächsten Tage und Wochen bei mir aussehen, erfahrt ihr in dieser Episode.


Tofo Liquid Dive
Unterkunft und Dive Center Liquid Dive direkt am Strand

So viele Eindrücke! Meine erste Woche unter Wasser in Mosambik hat nicht enttäuscht… ich habe mit der Tauchbasis Liquid Dive ein Zuhause in Tofo gefunden, sie sind aktuell nicht ausgebucht und ich darf für einen wirklich fairen Preis in dem einfachen aber superschönen Bungalow mit Meerblick wohnen und auf die Tauchgänge umsonst mitkommen, die nicht ausgebucht sind. Das waren 6 Dives in der Woche, ein paar waren voll, ein paar mussten wegen zu starkem Seegang abgesagt werden. Im Gegenzug mache ich Fotos und Videos für den Shop und mach mich sonst nützlich, wo es geht.

Vielleicht für die Taucher:innen in der Community interessant: Es ist auf jeden Fall anders hier, als an Orten wie Ägypten, Indonesien oder den Malediven! Die Schlauchboote werden jeden Tag mit dem Traktor an den Strand gezogen, alle Gäste packen mit an, um das Boot die ersten Meter durch die Brandung zu schieben. Sobald der Motor im Wasser ist, hüpfen alle an Board und es geht – Füße in Schlaufen, Hände an Griffen – durch die manchmal gar nicht so kleine Brandung nach draußen. Der Seegang ist nicht ohne, ich brauche wie immer ein paar Tage, um mich daran zu gewöhnen, aber es wird immer besser.

Tauchen Tofo
Das Tauchboot von Liquid Dive

Unter Wasser ist es auf jeden Fall anspruchsvoll. Negative Entry, man trifft sich praktisch unten, die Sicht ist mal besser, mal schlechter und das Riff weit weniger farbenfroh als im roten Meer oder in Indonesien. ABER: Die Megafauna. Sowas von on fire! Wir hatten Mantas und Walhaie, jeweils absolut atemberaubende Begegnungen. Die Mantas sind 15 Minuten, also die gesamte Bottom Time der recht tiefen Tauchgänge neben mir geblieben, haben sich von den Putzerfischen säubern lassen und die Taucher neugierig beäugt. Auf einer kleinen Tour etwas weiter südlich hat sich ein Walhai blicken lassen, zu dem wir mit Schnorchel Ausrüstung vorsichtig ins Wasser gehen durften.

 

Tofo gehört zu den besten Regionen weltweit, um Walhaie zu sehen, da in der Bucht „Tofinho Point“ konstant so viel Plankton ist, dass sie dort fressen und in aller Ruhe knapp unter der Oberfläche ihre Bahnen ziehen. Allgemein ist die Meerenge zwischen Mosambik und Madagaskar extrem reich an Nährstoffen, was mehrere Gründe hat. Die recht nah an der Küste verlaufende Kontinentalplatte und die Strömungen in der Meeresstraße bringen viele Nährstoffe relativ konstant an die Küste, das mal vorab, ohne zu tief in den Nerd Talk einzusteigen. Die Mantas hier sind trotzdem leider stark auf dem Rückgang, die Gründe hierfür sind nicht ganz klar und müssen erforscht werden, was direkt zur MMF überleitet.

Walhai Tofo
Hotspot für Walhaie – Tofinho Point
Manta Tauchen Mosambik
Unglaubliche Manta Encounters in Tofo

Die Organisation, die ich in Indonesien kennen gelernt habe und die wir alle seit Gründung des Projekts unterstützen hat ihr Headquarter hier. Die zuständigen Forscher:innen waren bisher alle noch unterwegs wegen einer großen Konferenz in Südafrika, kommen aber in den kommenden Tagen zurück. Ich habe trotzdem das HQ schon besucht, ein paar Angestellte kennengelernt und dem Schwimmunterricht zuschauen können. Hier wird Locals die Möglichkeit gegeben Schwimmen zu lernen im Pool, da es trotz der Küstennähe eine absolute Ausnahme ist, dass die Menschen hier schwimmen können. Sogar die Fischer auf den Nussschalen im hohen Wellengang können oft nur sehr schlecht oder gar nicht schwimmen!

Neben Schulungsprojekten und den Schwimmkursen ist die MMF hier natürlich auch mit Forschung beschäftigt. ID Shots der Lebewesen, füttern der Datenbanken, Messung und Monitoring der Megafauna vor Ort. In all das werde ich in den nächsten Tagen und Wochen noch Insights bekommen.

Für mich geht es jetzt aber erstmal ca. zwei Fahrstunden über kleine Sand-Feldwege in den Süden, nach Zavora. Das ist tatsächlich mitten im Nirgendwo! Tofo ist ein kleines Expat Städtchen mit vielen Optionen für Essen und Getränke und einem kleinen Supermarkt (nicht so touristisch, wie man meinen würde, aber doch recht komfortabel), hier in Zavora ist…. Nichts. Und das ist überragend. Ich habe ein paar Tage, um bei Nakia zu hospitieren, die hier komplett abgelegen einen Standort der MMF betreibt, in dem Forschung betrieben wird und regelmäßig Praktikant:innen aus aller Welt die Möglichkeit haben diese absolut einzigartige Umgebung kennen zu lernen.

Ich freue mich sehr auf die Einblicke und das Tauchen dort, wo man als Tourist nicht hinkommt und werde den nächsten Afrika Log sicherlich ausschließlich über die Arbeit von Nakia, ihre Praktika Organisation MAR und das Leben „in der Wildnis“ schreiben.

Ich halte euch auf dem Laufenden! Sonnige Grüße aus Mosambik!

Tim

 


Wenn ihr Fragen, Feedback oder Anregungen habt, meldet euch gerne jederzeit bei mir!

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