Vom Großstadt-Dschungel bis zur kleinsten Insel: Das Plastikproblem ist allgegenwärtig und zeigt die verschiedensten Gesichter. Doch eines haben alle Gesichter gemeinsam: Es ist einfach viel zu viel.

Sicherlich muss ich mich mittlerweile zu den Plastik-Nerds zählen, kann bei vielen Kleinigkeiten nicht wegsehen und bin super kritisch. Das ganze Thema Plastik & Ozean spielt seit ca. 3 Jahren eine große Rolle in meinem Leben. Jetzt wieder in Südost Asien zu sein und deutlich sensibilisierter in dem Bereich zu sein ist schon fast anstrengend 😉 Aber ich möchte diese Eindrücke gerne mit euch teilen.

Dieser Blog Beitrag ist in zwei Teile gegliedert, zuerst widme ich mich dem modernen Teil Malaysias, dem Leben in der Hauptstadt Kuala Lumpur, bevor es im zweiten Teil um die entlegensten kleinen Inseln geht.

 

Kuala Lumpur

Von allen „KL“ genannt ist die Hauptstadt Malaysias für mich in erster Linie faszinierend. Ca. 8 Millionen Menschen in der Metropolregion, ca. 1,5 Millionen Menschen Downtown und alles ist bunt, ethnisch gemischt und voller Leben. Für Südost Asien ist KL sehr westlich, zumindest an einigen Stellen. Man findet Supermärkte, die auch in jeder deutschen Großstadt stehen könnten. Auch wenn es sicherlich nicht mein erster Weg wäre, wollte ich in den auf 18 Grad temperierten Supermarkt, um einfach mal genau hinzusehen.

Gemüseregal in KL

Auf den ersten Blick sieht alles wirklich sehr ähnlich aus. In Plastik verpackte Salate, Plastikschalen mit Plastikhülle für Pilze, das alles ist nicht schön aber leider so wie in fast jedem deutschen Supermarkt. An der Kasse sieht man aber deutlich mehr Plastik Tüten und es ist komplett normal den ganzen Einkauf doppelt und dreifach in dünne Tüten zu packen, die bei schwereren Sachen sogar mehrlagig verwendet werden müssen. Ein weiterer Unterschied ist sicherlich diese absurde Art der Verpackung, bei welchen ich nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Geschälte Zwiebeln und Knoblauch in Plastik verpackt… Man nimmt die natürliche perfekte Verpackung, um sie durch Plastik zu ersetzen, unfassbar unnötig. Gleiches gilt für bereits aufgeschnittene Ananas und geschälte Kokosnüsse. Hier sind wir sicherlich schon etwas weiter, aber wenn man sich in unseren Supermärkten mal genau umsieht ist das einfach auch eine Katastrophe.

Meine Reiseausstattung ist denke ich schon ganz gut: Festes Duschgel, verpackungsfreie Zahnpasta (in Form von Tabletten in einem Glas), Reisebesteck, Metallstrohhalme etc., doch ich muss auch feststellen, dass es zuhause deutlich leichter ist plastikfrei oder zumindest mit sehr wenig Plastik auszukommen. Der Hygienestandard ist in Malaysia deutlich geringer, also wird vieles doppelt in Plastik verpackt, bevor es staubig oder dreckig wird. Man trinkt hier einfach nicht direkt aus z.B. Coladosen, weil man nicht weiß wo die Mündung der Dose davor schon überall war, also dann eben der Strohhalm.

 

 

Doch auch, wenn diese Plastikfallen mit ein bisschen Wille und Vorbereitung umgangen werden können, hatte ich einfach das große Problem des Trinkwassers. Leitungswasser kann man nicht trinken, also bleibt einem an Orten, wo es keine Trinkwasserbrunnen oder Refill Stationen gibt (beides selten) fast nichts anderes übrig, als Wasser in Plastikflaschen zu kaufen. Diese landen dann im Müll oder auf Sammelstellen. Final endet alles auf unfassbar großen Deponien, wie der „Worldwide Environment“ Deponie Südlich von Kuala Lumpur. Dort bleibt der Müll dann erstmal, es werden einzelne Bestandteile rausgepickt aber das Große und Ganze schmort und schmiert in der Hitze Malaysias vor sich hin, stinkt und dünstet aus.

Wer hier den Zusammenhang mit unserem Konsum nicht sieht, dem lege ich diesen sehr anschaulichen Bericht der SZ ans Herz:
https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wirtschaft/deutscher-plastikmuell-verschmutzt-malaysia-e590969/

Auch unser Müll landet in Malaysia! Und das nicht zu knapp.

Landfill südlich von KL

 

Bei uns kann man sich zumindest glücklich schätzen, dass das Leitungswasser in Deutschland und besonders in München so gut ist, das sollte man natürlich auch nutzen, wenn man schon die Möglichkeit hat.

Dieser ganze Plastik Wahnsinn ist natürlich schwer mit anzusehen. Besonders der gedankenlose Konsum von Plastik… Auch in meinem malaysischen Freundeskreis, in welchem sich viele Taucher und gut ausgebildete Leute befinden wird ohne nachzudenken zu jeder Tüte und zu jedem Strohhalm gegriffen und aus Komfort auch eine einzelne Wasserflasche in eine Tüte gepackt, weil das ja leichter zu tragen ist. Wie es dann die Leute sehen oder eben nicht sehen, die keinen Bezug zum Ozean oder zur Umwelt im Allgemeinen haben ist dann ja abzusehen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich in Deutschland in meinem Umfeld viele Leute habe, die sich aktiv mit dem Thema auseinandersetzen, ich den entsprechenden Seiten auf Social Media folge und mein Feed dadurch voller Nachhaltigkeitsideen etc. Aber dass es selbst in den westlichsten Teilen Südostasiens (noch) ganz anders aussieht, musste ich mal wieder feststellen und dieses Mal mit deutlich mehr Sensibilität für das Thema und mehr Hintergrundwissen.

In der Bubble: Plastikfreie Lösungen überall!

 

Wie es in dem wenig westlichen und abgelegenen Teil Malaysias aussieht packe ich euch in den nächsten Blog, es ist anders aber auch nicht schön. So viel kann ich euch schonmal sagen.

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