Wie gelangt Mikroplastik in die Nahrungskette – die wichtigsten Facts im Überblick

Was ist Mikroplastik und wie gefährlich ist der Mikrokunststoff für den Mensch und die Umwelt?
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Primär- und Sekundärplastik. Primärplastik findet sich größtenteils in Kosmetika- und Pflegeprodukten, da es gezielt industriell hergestellt wird. Sekundäres Plastik gelangt oft über größere Plastikpartikel über andere Wege in die Umwelt. Typische Beispiele hierfür sind Plastikmüll in im Meer, Kleidung aus Synthetik und selbst der Reifenabrieb bei den Autoreifen. Sobald die Mikropartikel aufgrund ihrer Größe in den Kläranlagen nicht mehr rausgefiltert werden können, kann Mikroplastik mitunter in unserem Leitungswasser und somit in unsere Nahrungskette gelangen.[1]
Mikroplastik in Nahrungskette
Wie gelangt Mikroplastik in die Umwelt und was sind die Folgen?
Für einen Mikroplastik kann über verschiedene Wege in die Nahrungskette gelangen.
Über die Folgen des Mikroplastiks in unserem Körper ist allerdings bisher wenig bekannt. Das medizinische Forschungszentrum der Universität aus Utrecht hat 2019 die Reaktion der menschlichen Immunzellen auf Mikroplastikartikel getestet. Die Ergebnisse waren besorgniserregend – 60 % aller Zellen sind innerhalb von 24 Stunden nach dem Kontakt mit Mikroplastikpartikel abgestorben.[2] Es gab auch bereits andere besorgniserregende Studien über hormonell wirksame Studien, die mitunter in Weichspüler sich finden und mit einer Vielzahl von Krankheiten wie Brustkrebs, Allergien und Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht werden.[3]
Dass Mikroplastik schädliche Auswirkungen auf die Meerestiere haben kann, wurde ebenfalls bereits bewiesen. Weltweit sind mindestens 2249 verschiedene marine Arten vom Müll beeinträchtigt und stehen auch wegen der Vermüllung auf der roten Liste. Es wurde nachgewiesen, dass mindestens 387 marine Arten auf dem im Wasser treibenden Müll mit den Meeresströmungen um die Welt reisen. Durch unseren Fischkonsum nehmen wir ebenfalls diese Partikel in uns auf. 4]
Zurzeit kann es sogar in Düngern nachgewiesen werden. Sobald die Mikroplastikpartikel in die Erde gelangen, können diese aufgrund der spezifischen Kunststoffkonstellation auch Schadstoffe anziehen.
Aber auch unser Leitungswasser bleibt unverschont. Mikroplastik aus Kosmetikartikeln und Pflegeprodukten kann aufgrund ihrer Größe nicht herausgefiltert werden und kann somit somit in unser Leitungs- und Trinkwasser gelangen.[5]

 

Mikorplastik Vermeidung
Was können wir aktiv dagegen machen?
 
Als Verbraucher  stehen uns verschiedene Möglichkeiten zu Verfügung.
  1. Wir können Kosmetika und Produkte verwenden, die einen möglichst geringen oder gar keinen Mikroplastikeintrag in der Umwelt hinterlassen. Eine aktuelle Übersicht sowie einen Mikroplastikeinkaufsratgeber findet sich hier: https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/meere/meere_mikroplastik_einkaufsfuehrer.pdf
  1. Den Müll trennen, auf plastikfreie Alternativen zugreifen, um unseren Konsum nachhaltig zu verändern. Hier eignen sich zum Beispiel Bienenwachstücher oder Filterflaschen und Sodastream unseren Plastikkonsum insgesamt zu verringern. Andere nützliche Alltagstipps für alle Lebensbereiche findet ihr hier: https://plastikfreileben.de/leben/; https://utopia.de/ratgeber/tipps-gegen-mikroplastik/
  1. Kleidung mit Mikrofasereinträgen vermeiden oder eine Schutzhülle beim Waschen Weitere Tipps, wie man synthetische Kleidung richtig wäschst findet ihr hier: https://www.smarticular.net/mikroplastik-waesche-waschen-kleidung-waschbeutel-guppyfriend/
  1. Einkaufen in „Unverpackt Läden“ um Verpackung zu vermeiden. Wo der nächste Laden in eurer Nähe ist, findet ihr auf dieser Seite https://enorm-magazin.de/lebensstil/nachhaltiger-konsum/zero-waste/unverpackt-laeden-deutschland
  1. Freunde und Bekannte informieren und Petitionen unterschreiben, um die Hersteller zu mehr Verantwortung zu bewegen: https://action.storyofstuff.org/sign/stop_microfiber_plastic_pollution/
Mit kleinen Gesten kann man bereits viel verändern und direkten Einfluss auf die Umweltverschmutzung durch Plastik zu nehmen. Es bedarf aber auch gezielter politischer und rechtlicher Maßnahmen, um die Industriehersteller zu einer langfristigen Änderung der Kunststoffproduktion zu bewegen. Mögliche Gesundheitsschäden und das Aussterben maritimer Arten sollten bereits ein Alarmsignal für unsere Gesellschaft sein. Das Ziel sollte nicht nur unsere Recyclingsysteme effizienter zu machen, sondern auch insgesamt weniger Produkte mit einem hohen Anteil an Kunststoff zu produzieren. Im Jahr 2025 werden voraussichtlich mehr als 600 Millionen Plastik pro Jahr produziert. Unsere Recyclingsysteme wären dann nicht mehr in der Lage diese Menge wiederzuverwerten.[6]
Bilderquellen: 
[1] Mikroplastik und andere Kunsttoffe – eine große Gefahr für unsere Umwelt: https://www.bund.net/meere/mikroplastik/; Mikroplastik und synthetische Polymere in Kosmetikprodukten sowie Wasch-Putz und Reinigungsmitteln https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/konsumressourcenmuell/20181004_mikroplastikstudie.pdf
[2] Abigail Sping, New Evidence points to microplastics’ toxic impact on the human body, 3.10.2019: https://geographical.co.uk/people/development/item/3422-microplastic-human-cells
[3] Chemie im Körper: Plastikatlas: Daten und Fakten über eine Welt voller Kunststoff, Heinrich Böll Stiftung 2019
[4] Kunststoff kennt keine Grenzen: Daten und Fakten über eine Welt voller Kunststoff, Heinrich Böll Stiftung 2019;
[6] Fluch und Segen Plastikatlas: Daten und Fakten über eine Welt voller Kunststoff, Heinrich Böll Stiftung 2019
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