Schlüsse nach Glasgow – Kurswandel beim Plastikmüll?


Die vielversprechende Konferenz kürzlich COP 26 hatte zum Ziel viele verschiedene Politiker und Industrievertreter zusammenzubringen, um neue Maßnahmen beim Klimawandel zu
ergreifen. Hier geben wir euch einen kleinen Überblick, was passiert oder auch nicht passiert ist:

Geplante Reduktion der Kohlekraftwerke, Abholzungsverbot der Regenwälder in Südamerika ab 2025, das globale Bekenntnis zum 1,5 ° Ziel und viele andere Maßnahmen wurden beschlossen. Doch fragt man sich, ob auch etwas Konkretes bei der Vermüllung der Meere durch Plastik entschieden wurde?
Es sind nämlich nicht nur Wälder, die uns mit dem kostbaren Sauerstoff versorgen, sondern auch die Ozeane. Mehr als 50 % des Sauerstoffs, den wir einatmen, werden uns nämlich vom Phytoplankton zur Verfügung gestellt, welches an der Ozeanoberfläche lebt. Es besteht aus vielen pflanzlichen Mikroorganismen, die mit einer „Kohlenstoffdioxid-Pumpe“
verglichen werden. Es tauscht permanent Energie, Gase, Feuchtigkeit und Wärme mit der Atmosphäre aus und reduziert dadurch auch die Temperaturunterschiede zwischen dem Nord- du Südpol und dem Äquator. Es reguliert somit auch das Klima.

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Wissenschaftliche Studien haben bereits nachgewiesen, dass durch den steigenden Mikroplastikanteil im Ozean, Phytoplanktons Fähigkeit Kohlenstoffdioxid zu absorbieren auch abnimmt. Zusätzlich leidet die Meeres Biodiversität drunter und mehr als 1400 von verschiedenen Meerestierarten sind von der Mikroplastikverschmutzung negativ betroffen.
Wenn dieser Zusammenhang nicht klar erkannt wird und mit entsprechenden politischen Maßnahmen nicht schnell genug gegengesteuert wird, riskieren wir auf diese Art der Lunge unserer Welt immer mehr zu schaden. Wenn heute 4-8 % vom Ölverbrauch mit Plastik verbunden wird, wird dieser Anteil bis 2050 ohne entsprechende Reduktion mit der steigenden Nachfrage auf 2050 sich erhöhen.

Die Stimmen nach der Bekämpfung der Ozeanverschmutzung wurden in Glasgow während der COP 26 Konferenz daher tatsächlich immer lauter. Walter Roban, der UK- Overseas Verteter rief die Staaten dazu auf, aggressive Maßnahmen im Kampf gegen die Plastikverschmutzung zu ergreifen. Andere Forschungs-Initiativen und Klimaaktivisten präsentierten ebenfalls ihre Stellungnahmen und konkrete Vorschläge, um den Plastikkonsum langfristig in den Griff zu bekommen. So schlug beispielsweise die Universität von Portsmouth einen „Beweissicherungs-Ansatz“ bei der Plastik-Politik vor. Die politischen Maßnahmen sollen sich folglich mehr nach konkreten Kriterien und dem Beweismaterial ausgerichtet werden, um mehr Effizienz bei der Planung von Politik zur Plastikreduktion zu erreichen. Daraus soll dann ein „Global Plastics Policy Center“ entstehen, in wessen Rahmen mehr als 100 politische Maßnahmen zur Plastikpolitik evaluiert werden. Das Forschungszentrum strebt eine Online-Plattform mit Fallstudien, zahlreichen Videos und anderen Ressourcen als Endresultat an.
Fazit der Konferenz ist daher sehr eindeutig. Es muss mehr getan werden, und zwar möglichst schnell. Politik greift oft zu langsam und während unser Plastikkonsum ansteigt, verschmutzen wir unbewusst auch die unsichtbaren Lungen der Erde in den Ozeanen. Um die Vielseitigkeit des Problems effizient zu bekämpfen, muss an vielen Stellen angesetzt werden und die schwerwiegenden Folgen des passiven „Nichts-Tun“ verstanden werden.
Die Entscheidung fängt aber schon bei uns beim Kauf eines Plastikbechers für ein Getränk an. Solange keine geeigneten Alternativen attraktiv genug sind, wird die Nachfrage nach Plastik auf absehbare Zeit auch nicht abnehmen. Hier muss die Politik mit den Vertretern der Industrie, Unternehmen und Verbrauchern zusammenkooperieren.
– geschrieben von Atma

Quellen:
https://www.theseacleaners.org/news/cop26-plastic-a-key-player-in-global-warming/
https://www.newswise.com/articles/new-global-policy-centre-launched-during-cop26-to-tackle-the-world-s-plastic-pollution-problem
https://www.ipcc.ch/srocc/chapter/chapter-5/
https://www.scotsman.com/news/environment/cop26-call-for-aggressive-action-to-tackle-plastic-pollution-as-beaches-in-bermuda-and-other-islands-swamped-by-foreign-litter-3454714
https://www.port.ac.uk/research/themes/sustainability-and-the-environment/revolution-plastics
Graphic:  https://www.cell.com/trends/microbiology/fulltext/S0966-842X(20)30190-6 https://els-jbs-prod-cdn.jbs.elsevierhealth.com/cms/attachment/bdade560-51b8-481d-977c-1697fdd4a84e/gr1.jpg
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